Grimme-Preis für Video "PottSpot - drei Minuten Ruhrgebiet" ohne Barrieren

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Volunteer Petra Lange
NACHRUF Dirk Janczewski
Herausgeber:

PROJEKT ROLLSTUHL-ROUTING


Mehr Barrierefreiheit durch exakte Vorausplanung

Die Begegnung mit unvorhersehbaren Barrieren kann durch eine genaue Vorausplanung der eigenen Aktivitäten vermieden werden. Um Informationen über die Barrierefreiheit von Einrichtungen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Wegen zu bekommen, wurde ein für jeden frei zugängliches Internetportal als Ergänzung für das Projekt „Ruhr2010-barrierefrei.de“ vom Geographischen Institut der Universität Heidelberg erstellt: Rollstuhlrouting.de/ruhr2010. Es wird bis Juni 2010 nach und nach in das Serviceportal www.ruhr2010-barrierefrei.de integriert und zeigt dann das jeweilige barrierefreie Angebot in dem entsprechenden Kartenausschnitt.
Das Projekt www.rollstuhlrouting.de beruht auf einer Magisterabeit zum Thema „Barrierefreie Wegplanung“ von Astrid Müller. „Wenn ich mich nicht auskenne, ist es für mich wichtig, dass ich meinen Standpunkt und den Ort, wo ich hin will auf einer Karte dargestellt bekomme. Ansonsten kann ich mich nur schwer orientieren!“ Daher wird auf dem Portal eine interaktive Karte (zur Zeit nur für Bonn) angeboten.
Über die Angabe des eigenen Standpunktes können hier gewünschte barrierefreie Einrichtungen in der direkten Umgebung gesucht werden. Standpunkt und die Ergebnisse der sogenannten Umkreissuche werden in der Karte dargestellt.

Gemeinsamer Aufbau des Internetportals „Barrierefreie Wegplanung“

Die Datenlage zu barrierfreien Einrichtungen ist zur Zeit noch sehr beschränkt. Da vor allem die Nutzer des Portals die Barrierefreiheit einer Einrichtung erkennen und bewerten können, wird auf die Mitarbeit dieser gesetzt. Fällt zum Beispiel einem Rolli-Fahrer auf, dass sein Lieblings-Café um die Ecke barrierefrei ist, aber noch nicht in der Karte dementsprechend angezeigt wird, kann er diese Information selbst einfügen.
Um die Beteiligung der Nutzer zu ermöglichen, beruht das Portal www.rollstuhlrouting.de/ruhr2010/ auf den Daten des OpenStreetMap Projektes. OpenStreetMap (www.openstreetmap.org) besteht im wesentlichen aus einer Datenbank für freie Geodaten, welche nach dem Prinzip von Wikipedia funktioniert. Jeder kann sich beteiligen, indem er Daten von Straßen und Einrichtungen in der Regel mit einem GPS-Gerät (Global Positioning System) erhebt oder Fehler in dem bereits existierenden Datenbestand verbessert.

Erweiterungen des Portals durch Ihre Mitarbeit

Die Kartierung barrierefreier Einrichtungen ist nur ein erster Schritt, um einen Weg ohne Hindernisse vorausplanen zu können. Denn ist zum Beispiel der Standpunkt und die nächste Behindertengerechte Toilette bekannt und auf der Karte markiert, kann ein Schotterweg, ein Weg mit hohen Kopfsteinpflastern oder aufgeworfenen Pflastersteinen auf dem Weg dorthin eine ähnliche Barriere darstellen wie eine Treppe.
Im Rahmen der bereits erwähnten Magisterarbeit „Ein Routing-Portal für Rollstuhlfahrer auf der Basis von OpenStreetMap-Daten“ wurde aus diesem Grund ein spezieller Routenplaner für die Pilotregion Bonn erstellt. Bei der Berechnung der Route können individuelle Angaben zu den Parametern Oberflächenbeschaffenheit, Breite des Weges, Bordsteinhöhe und die Steigung berücksichtigt werden. Da diese Daten für die Region Ruhr noch fehlen, ist hier die Routing-Funktion derzeit inaktiv. Sie wird freigeschaltet, sobald genügend Daten vorliegen - also GPS-fähiges Gerät eingepackt und mitgemacht!

Ausblick

Je mehr Leute sich an der Verbesserung des Datenbestandes beteiligen, umso besser wird die Informationsplattform für die barrierefreie Wegplanung. Denkbar ist, dass es später möglich ist, Wege unter Einbeziehung der Nutzung des ÖPNVs oder des eignen PKWs hin zu einer barrierefreien Einrichtung berechnen und anzeigen zu lassen.
Um die Nutzbarkeit des Portals zu erhöhen, wird eine mobile Anwendung dieses interaktiven Informationsportals angestrebt. Hat man die Möglichkeit, die Anwendung für die barrierefreie Wegplanung auf einem PDA (Personal Digital Assistant) mit GPS-Empfang mitzunehmen, könnte man unterwegs immer wieder ihre aktuelle Position auf der Karte sehen. Davon ausgehend könnte man flexibel Routen zu in der Nähe liegenden barrierefreien Einrichtungen berechnen lassen und erspart sie sich damit auch den Ausdruck der Karte an ihrem Computer zu Hause.
Ferner ist es denkbar, dass man fehlende oder falsche Daten direkt über die Oberfläche der Anwendung verbessert. 
Mit dem bereits existierenden Portal zur „Barrierefreien Wegplanung“ und den zukünftigen Erweiterungen und Entwicklungen wird die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben gefördert. Vor allem Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung wird der Zugang zum öffentlichen und sozialen Leben erleichtert und somit ein Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität geleistet.

Weitere Informationen und wie Sie sich beteiligen können

Sie können sich aktiv an der Verbesserung des Portals „Barrierefreie Wegplanung“ beteiligen. Das Portal soll nicht nur auf die Region Ruhr beschränkt bleiben. Kennen Sie zum Beispiel eine behindertengerechte Toilette oder einen Behindertenparkplatz in ihrer Nähe oder vielleicht bei ihnen vor der Haustür, können Sie diese Informationen direkt in die Datenbank von OpenStreetMap eingeben.
Wie Sie diese Daten eintragen und wie Sie Daten erheben, können Sie den folgenden Internetseiten entnehmen:
Anleitung zur Mithilfe:
http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Rollstuhlfahrer-Routing
Informationen zum OpenStreetMap-Projekt:
www.openstreetmap.org
Informationen zu Aktivitäten zum Thema „Barrierefreie Wegplanung“ und „Rollstuhlrouting“ können Sie der Magisterarbeit „Ein Routing-Portal für Rollstuhlfahrer auf der Basis von OpenStreetMap-Daten“ und dem dazu erstellten Portal entnehmen:
www.rollstuhlrouting.de
Fernsehbeitrag WDR „Karten, die das Lebenerleichtern“
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/0915/008_karten.jsp (17.09.2009)